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ausnahmezustand

raus aus den bisher bespielten ladenlokalen und zweiraumwohnungen, hinein in einen komplex aus ateliers, werkstätten und ausstellungshallen – die ehemalige wurstfabrik in hamburg-altona wird für anderthalb wochen unser neues domizil. schon die mitternächtliche ankunft ist feudal: der einladende galerist hat für uns eine art backstage-raum möbliert, das rolltor öffnet sich automatisch und gewährt dem gnadenlos vollgeladenen kunstkombi zufahrt, die suppenküche lässt nudelherzen höher schlagen – lecker, lecker, kunstbetrieb.

kurz darauf können wir ein paket aus moskau in empfang nehmen, das stecknadelobjekte als nachschlag für die installation auftakt ll enthält und problemlos im handgepäck die flughafenkontrollen passiert hat. von nun an liegen wir exzellent im zeitplan:
wir bereiten die vierte ausstellung des instituts für wahre kunst für den ausnahmezustand vor.

pünktlich zur kunstaltonale eröffnen wir am 5. juni, 15 uhr die ausstellung. so bleibt eine stunde zeit, um die uns heiß angepriesene rhabarberschorle und die vielen kleinen astra-knollen in die tiefkühltruhe zu stellen und das mineralwasser mit minze und zitrone zu bestücken, bevor die englischen shuttle-taxen in rauhen mengen kunstinteressiertes publikum bei uns abladen. eine kuratorin führt die erhitzten gemüter durch unsere ausstellung und moderiert die halbstündigen invasionen. mit einbruch der nacht jedoch übernehmen die späten gäste die kuratorische leitung selbst und erweisen sich als sehr talentiert im umgang mit kunstvermittlung.

da montage als galerieinterne ruhetage gehandelt werden, hüpfen wir auf die linienfähre und lassen uns kreuz und quer durch den hafen und durch jenes vielbesagte hamburger wetter schippern, bis wir am abend in wandsbek-gartenstadt vor anker und vor dem liebevoll zubereiteten krabbensalat in die knie gehen. 

so gestärkt nehmen wir nun anlauf für den zweiten hamburg-coup dieses sommers. die realisierung von „ein kleiner regen dämpft ein großes gewitter“, unserem beitrag zum dockville-festival, wird uns noch einige tückische fallen stellen. jetzt müssen wir springen.

ausnahmezustand

eine ausstellung mit werken von

:: nina schmidt :: saskia göldner ::
:: elke jänicke  :: lysann németh :: 

dafür dass die on-off galerie im frühling eigentlich off gehen sollte, ist die ausstellung, die wir am 5. juni an ebendiesem ort eröffnen werden, ein recht lebendiges gespenst. noch ein wenig befangen von der vorstellung, erstmals in einer echten galerie auszustellen, wagen wir uns weiter nach norden: vorbei an magdeburg, hannover und fallingbostel, weiter nach norden, weiter über die elbbrücken bis nach hamburg und folgen so der einladung von ike clef-prahm.

ausnahmsweise müssen wir im voraus weder renovieren noch pressemitteilungen schreiben. ausnahmsweise tun wir tatsächlich nur das, was schon auf der verpackung zu lesen ist: wir kümmern uns um die kunst, fliegen sie ein und setzen uns und unsere arbeiten ins gemachte nest.
ganz schön ungewohnt. ganz schön, irgendwie.

ausnahmezustand beschreibt nicht nur die risikobiografie „freischaffende künstlerin“ im allgemeinen, sondern offenbart vor allem die details der notwendigen überlebensmaßnahmen und überschrittenen grenzen. mit einem kurzen blick in den rückspiegel werden ältere arbeiten in neuem raum transformiert: im extremfall sogar bis zu einem zustand, in dem verpackungsmüll suggeriert, nahrungsgrundlage zu sein. mit klarer entschlossenheit und ritterlich anmutendem durchhaltevermögen werden neue arbeiten auf neuem terrain zu sehen sein, ein weitsprung ins ungewisse. hoffen wir das beste: hoffen wir auf einen belagerungszustand.

 

05. bis 12.06.10 :: 15 bis 20 uhr
celsiusweg 13
22761 hamburg